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Digital Patient Journey: Was die neue Österreich-Studie für Kliniken und Gesundheitseinrichtungen bedeutet

vor 16 Stunden
4 Min. Lesezeit

Eine neue österreichweite Studie, erstellt vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung in Zusammenarbeit mit dem Competence Center Digital Healthcare by MP2 IT-Solutions, zeigt, dass die Digitalisierung der Patient Journey in Gesundheitseinrichtungen bereits heute durchschnittlich 52 bis 62 Prozent Zeitersparnis, 85 Prozent weniger Dokumentationsfehler und deutlich höhere Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit bringt. Gleichzeitig zeigt sie klare Lücken: Vor allem Voranmeldung, Check-in und Nachbetreuung sind noch wenig digitalisiert. Angesichts eines prognostizierten Mehrbedarfs von rund 196.500 Pflege- und Betreuungspersonen in Österreich bis 2050 wird digitale Transformation damit von einer Option zu einer versorgungsstrategischen Notwendigkeit.


Was ist die "Digital Patient Journey"?

Die Patient Journey beschreibt den gesamten Weg eines Patienten oder einer Patientin durch das Gesundheitssystem: von der ersten Informationssuche und Voranmeldung über Check-in, Aufenthalt, Behandlung und Entlassung bis zur Nachbetreuung. Jede dieser Phasen bietet sogenannte Touchpoints, an denen digitale Lösungen Abläufe informativer, effizienter und stärker auf die Bedürfnisse der Patient:innen ausrichten können.


Was zeigt die neue Studie konkret?

Die Studie basiert auf einer Primärdatenerhebung unter österreichischen Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Privatkliniken und Ambulatorien. Sie untersucht drei Leitfragen: Wie weit ist die Patient Journey heute digital unterstützt? Welche Effekte entstehen dadurch? Und welche Hürden stehen einer weiteren Digitalisierung entgegen?


Wie weit sind Österreichs Gesundheitseinrichtungen digitalisiert?

Keine der befragten Einrichtungen stuft ihre Patient Journey als durchgängig digital ein. Die Hälfte verortet sich auf einem mittleren Niveau (teildigital), 46 Prozent auf "großteils digital mit vereinzelten Medienbrüchen". Die klinische Kerndokumentation – elektronische Verordnungssysteme, Patientenakten, Krankenhausinformationssysteme (KIS) – erreicht dabei bereits Automatisierungsgrade von über 80 Prozent. Deutlich geringer digitalisiert sind dagegen die patientennahen Phasen: Voranmeldung, Check-in und vor allem die Nachbetreuung.


Welchen wirtschaftlichen Nutzen bringt Digitalisierung entlang der Patient Journey?

Über alle erhobenen Tätigkeitsbereiche hinweg sparen digitalisierte Einrichtungen im Schnitt 52 bis 62 Prozent der aufgewendeten Zeit ein. Die größten Effekte zeigen sich bei der Termin- und Therapiekoordination (62,5 Prozent) und beim Dokumentationsaufwand (60,1 Prozent). Redundante Arbeitsschritte nahmen in 90 Prozent der Einrichtungen ab, Medienbrüche zwischen Papier und digitalen Systemen in 88 Prozent.


Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Qualität der Versorgung aus?

Dokumentationsfehler gingen in 85 Prozent der befragten Einrichtungen zurück, und mehr als die Hälfte berichtet von einer verbesserten Informiertheit der Patient:innen über Abläufe und Angebote. Ein Viertel der Einrichtungen nennt allerdings auch negative Effekte bei der Patienteninformation – ein Hinweis darauf, dass digitale Kommunikation bewusst gestaltet werden muss, um tatsächlich bei den Patient:innen anzukommen.


Wie profitieren Mitarbeitende und Patient:innen?

Bemerkenswert: Die positiven Effekte auf Mitarbeitende sind laut Studie sogar noch größer als jene auf Patient:innen. Die Arbeitsbelastung sank in rund 80 Prozent der Einrichtungen, die Mitarbeiterzufriedenheit stieg in 67 Prozent. Bei den Patient:innen berichten 68 Prozent der Einrichtungen von kürzeren Wartezeiten und 57 Prozent von gestiegener Zufriedenheit.


Was sind die größten Hürden bei der Digitalisierung?

Die am häufigsten genannten Hürden sind fehlende personelle Ressourcen (42 Prozent), Akzeptanzprobleme bei Patient:innen (38 Prozent), Budgetrestriktionen (38 Prozent) und Akzeptanzprobleme beim Personal (33 Prozent). Auffällig: Keine einzige befragte Einrichtung nennt fehlende Unterstützung durch die Geschäftsführung als Hürde. Die strategische Bereitschaft ist also vorhanden – es scheitert vor allem an der praktischen Umsetzung.


Warum ist das jetzt besonders relevant?

Österreich steht laut Studie vor einer wachsenden Versorgungslücke im Pflege- und Rehabilitationsbereich: Bis 2050 wird ein Mehrbedarf von rund 196.500 Pflege- und Betreuungspersonen prognostiziert, während der verfügbare Arbeitskräftepool durch demografische Alterung schrumpft. Gleichzeitig fühlen sich 65 Prozent der Pflegepersonen durch ihre Verantwortung stark oder eher belastet, und die Burnout-Gefährdungsrate liegt bei 24 Prozent. Digitalisierung kann laut Studie genau an diesen Belastungspunkten ansetzen: Sie reduziert Dokumentationsaufwand, senkt repetitive administrative Tätigkeiten und trägt damit nicht nur zur Effizienz, sondern auch zur Personalbindung bei.


Wie unterstützt PCS Gesundheitseinrichtungen bei der digitalen Patient Journey?

Die Studienergebnisse decken sich mit dem, was wir seit über 35 Jahren in der Praxis beobachtet: Die klinische Kerndokumentation ist in vielen Häusern bereits gut digitalisiert – der größte Hebel liegt heute in den patientennahen Kontaktpunkten am Anfang und Ende der Behandlung.


  • Voranmeldung und Check-in: Mit Lösungen wie MTS Go! zur automatisierten Ersteinschätzung beim Check-in, dem GeCo Patiententerminal zur strukturierten Selbstregistrierung und Quickticket für einen geordneten Warteprozess adressiert PCS genau jene erste Phase der Patient Journey, die laut Studie noch am wenigsten digitalisiert ist. Mehr dazu im Beitrag Ersten Patientenkontakt richtig steuern.

  • Klinische Dokumentation: Mit dem Krankenhausinformationssystem PATIDOK sowie Lösungen für Pflegedokumentation, Therapieplanung und OP-Dokumentation unterstützt PCS die Prozesse, die laut Studie bereits die höchsten Automatisierungsgrade und die größten Zeiteinsparungen erzielen.

  • Entlastung von Personal in Engpassbereichen: Automatisierungslösungen wie robotikgestützte Apothekenlogistik und transfusionsmedizinische Systeme setzen genau dort an, wo Digitalisierung laut Studie besonders zur Reduktion von Arbeitsbelastung und zur Personalbindung beiträgt.


Als Teil der GPI Gruppe, einem der größten europäischen Healthcare-IT-Konzerne, begleitet PCS Kliniken, Reha-Zentren, Pflegeeinrichtungen und Blutbanken in Österreich und Zentraleuropa dabei, die digitale Patient Journey durchgängig – und nicht nur in Teilbereichen – umzusetzen.


Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet "Bruttonutzen der Digitalisierung"? Der Bruttonutzen bezeichnet den Gesamtnutzen digitaler Lösungen vor Abzug von Implementierungskosten – also alle positiven Effekte wie Zeiteinsparungen, Qualitätsverbesserungen und höhere Zufriedenheit, unabhängig davon, ob sie sich monetär bewerten lassen.

Welche Phase der Patient Journey ist am wenigsten digitalisiert? Laut Studie ist die Nachbetreuung am wenigsten digitalisiert: Nur 12 Prozent der Einrichtungen bieten digitale Nachsorge an, Patienten-Apps oder Online-Portale finden sich in weniger als 40 Prozent der Häuser.

Wie viel Zeit lässt sich durch Digitalisierung der Patient Journey einsparen? Die Studie beziffert die durchschnittliche Zeiteinsparung über alle erhobenen Tätigkeitsbereiche hinweg auf 52 bis 62 Prozent, mit den größten Effekten bei Termin-/Therapiekoordination und Dokumentation.

Warum ist Digitalisierung im Gesundheitswesen gerade jetzt so wichtig? Weil sich die wachsende Versorgungslücke durch Pflegebedarf und Fachkräftemangel laut Studie nicht allein durch zusätzliches Personal schließen lässt. Effizienzsteigerung durch Digitalisierung wird damit zu einer zentralen Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Versorgung.

Wer hat die Studie durchgeführt? Die Studie "Der Bruttonutzen von Digital Healthcare entlang der Patient Journey" wurde im Juni 2026 veröffentlicht, methodisch getragen vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung, in Zusammenarbeit mit dem Competence Center Digital Healthcare by MP2 IT-Solutions.


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